Kniegelenk

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den häufigsten Kniebeschwerden und zu Knieoperationen.
Durch die Entwicklungen in der Arthroskopie, aber ganz generell durch technische Verbesserungen (z.B. all-inside Kreuzbandchirurgie, MyKnee®, etc.), ist die Erfolgsrate von Knieoperationen bzw. die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Als Kniespezialist möchte ich Ihnen eine möglichst vollständige Auflistung aller Kniebeschwerden bzw. Operationen bieten. Bei einem komplexen Gelenk wie dem Kniegelenk kann eine Vielzahl an Ursachen zugrunde liegen, durch exakte Diagnostik lässt sich das eigentliche Problem erkennen. Falls eine Operation notwendig sein sollte, führe ich diese selbst durch. Die anschließende Rehabilitation/Heilgymnastik durch spezialisierte Therapeuten wird im Spital bzw. von mir organisiert und ist ein wichtiger Teil einer erfolgreichen Behandlung.

Meniskusriss

Die Menisken (innerer und äusserer) sind knorpelartige Bindegewebsscheiben zwischen dem Ober-und Unterschenkel und erfüllen eine wichtige Stoßdämpfer- und Stabilitätsfunktion. Bei Meniskusverletzungen wird zwischen einem akuten, durch ein Trauma verursachten Riss und einem degenerativen Riss, meist als Zeichen einer beginnenden Abnützung, unterschieden.

Wann ist bei einem Meniskusriss eine Operation nötig?

Die Behandlung richtet sich nach der der Art des Einrisses und vor allem nach den Beschwerden. Ein eingerissener Meniskus muss nicht unbedingt operiert werden. Bei großen, akuten, Einrissen (sog. Korbhenkelriss) bleibt aber eine Operation (Arthroskopie) selten erspart, wobei bei früher Versorgung (innerhalb weniger Wochen) gute Chancen auf eine erfolgreiche Naht und damit Erhalt des Meniskus bestehen. Kleinere Einrisse werden heutzutage durch eine arthroskopische Operation entfernt, wobei intaktes Meniskusgewebe erhalten bleibt, und dadurch das Risiko einer vorzeitigen Abnützung der Knorpelsubstanz minimiert wird. Die Operation wird meist tagesklinisch durchgeführt.

Worauf muss nach einer Meniskusoperation geachtet werden?

Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Verfahren. Nach einer Teilentfernung des Meniskus kann sofort wieder vollbelastet werden und nach ca. 6 Wochen wieder Sport betrieben werden. Eine Naht des Meniskus bzw. die Transplantation erfordert eine Einheilung, weshalb in den ersten 6 Wochen das Kniegelenk mit einer Schiene geschont wird und im Anschluss ein individuelles Aufbautraining erforderlich ist.

Was ist eine Meniskustransplantation, bzw. warum wird dieser Eingriff durchgeführt?

Durch Weiterentwicklungen der letzten Jahre, besteht die Möglichkeit, nach bereits stattgehabter Operation, bei der ein Großteil des Meniskusgewebes entfernt wurde, eine Meniskustransplantation mit Spendergewebe durchzuführen. Diese Operation erfolgt dann, wenn nach kompletter oder nahezu kompletter Meniskusentfernung durch die fehlende Stoßdämpferfunktion weiterhin Schmerzen im Knie auftreten (sog. Postmeniskektomie-Syndrom). Der Meniskus wird von geprüften Gewebebanken aus Europa oder den U.S.A bezogen, Abstoßungsreaktion oder Infektionen sind durch strenge Gewinnungs- und Aufbereitungsverfahren nicht zu befürchten. Durch die Operation kommt es zu einer raschen Beschwerdebesserung, bzw. wird die vorzeitige Abnutzung des Kniegelenks hintangehalten. Voraussetzung ist ein weitgehend intakter Gelenksknorpel und keine zu starke Fehlstellung des Beines.

Kreuzbandriss

Eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes ist eine schwerwiegende Verletzung des Kniegelenks, die bei inadäquater bzw. verzögerter Behandlung zu erheblicher Funktionseinschränkung des Kniegelenks und zu Folgeschäden (Meniskusrisse und Knorpelschäden) führen kann. Das vordere Kreuzband erfüllt 2 wichtige biomechanische Funktionen: Einerseits verhindert es ein Vorwärtsgleiten des Unterschenkels und andererseits eine übermäßige Rotationsbewegung des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel. Nur bei intakten Kreuzbändern kommt es zu einem korrekten Bewegungsablauf im Kniegelenk.

Hinteres Kreuzband

Das hintere Kreuzband ist deutlich kräftiger als das vordere und verhindert das übermäßige Gleiten des Unterschenkels nach hinten. Verletzungen treten selten und wenn, zumeist nach direktem Anprall, häufig in Kombination mit Seitenband- und Meniskusverletzungen auf. Öfter kommt es zu Teilrissen.

Seitenbandverletzungen

Verletzungen der seitlichen Stabilisatoren des Kniegelenks treten oft in Kombination mit Kreuzband-und Meniskusverletzungen auf, meistens als Sportverletzung und sind immer behandlungsbedürftig, da ansonsten Folgeschäden drohen.

Akuter (traumatischer) Knorpelschaden

Durch einen Sportunfall, aber auch durch Überlastung, kann es zu einer Ablösung eines Knorpelteils bzw. Knorpel-Knochenfragments kommen. Es kommt zu Schmerzen, Gelenksergüssen und einem Gefühl der Blockierung, das einerseits durch den Knorpeldefekt selbst, andererseits durch einen freien Gelenkskörper (abgelöster Knorpel) entstehen kann.

Patellaluxation

Die Kniescheibe (Patella) ist ein in die Strecksehne eingelagerter Knochen, ein sog. Sesambein, der den Hebelarm der Kniestreckung vergrößert. Um ein gleichmäßiges Gleiten gegen den Oberschenkel zu ermöglichen, befindet sich sowohl an der Rückseite der Kniescheibe, als auch gegenüberliegend in der Oberschenkelgleitrinne (Trochlea), ein dicker Knorpelüberzug. Durch Verletzung bzw. eine Fehlstellung kann es zu einer Verrenkung nach außen, einer sog. Luxation, aus der Rinne kommen. Am häufigsten sind junge Patientinnen betroffen. Da hierbei der Halteapparat (mediales patello-femorales Ligament, MPFL) geschwächt wird, kommt es danach häufig spontan zu neuerlichen Luxationen, die nur durch einen operativen Eingriff verhindert werden können, um einen bleibenden Schaden für das Gelenk zu vermeiden.

Fehlstellungen

Bei starken O-Beinen (Genu varum), X-Beinen (Genu valgum) oder Drehfehlstellungen, die unweigerlich zu einer vorzeitigen Abnutzung des Gelenks führen, wird durch eine sog. Umstellungsoperation eine normale Belastungsachse erzeugt und damit das Auftreten einer Arthrose verhindert. Andererseits kann eine bereits bestehende Arthrose entlastet werden und somit eine künstlicher Gelenkersatz verzögert werden.

Arthrose/künstliches Kniegelenk/MyKnee®

Die Abnützung des Kniegelenks schränkt die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich ein und führt anfangs zu Belastungsschmerzen und später auch zu Ruheschmerzen. Umso wichtiger ist es eine beginnende Arthrose und vor allem die Ursache frühzeitig zu erkennen, um durch eine entsprechende Therapie das Voranschreiten aufzuhalten. Zu Beginn wird versucht alle konservativen Möglichkeiten auszuschöpfen. Das beinhaltet die Modifikation des Lebensstils, Gewichtsabnahme bei Übergewicht und auch die Ernährung. Eine entscheidende Rolle fällt der Physiotherapie zu, da der Erhalt der Beweglichkeit und damit die Gleitfähigkeit der Gelenkspartner entscheidend ist.

Runner's knee, Jumper's knee, Plica-Syndrom

Hierunter versteht man überlastungsbedingte (z.T. starke) Schmerzen, die einerseits durch Reibung von Sehnen an Knochenvorsprüngen (runner's knee), andererseits durch Überbeanspruchung des Sehnenansatzes im Bereich der Kniescheibe (jumper's knee) zustande kommen. Auch eine verdickte Schleimhautfalte (Plica) kann Beschwerden ähnlich einem Meniskusriß verursachen.